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DISCO [meets] BOSSA vol 1

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DISCO [meets] BOSSA vol 1
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CD
DISCO [meets] BOSSA vol 1
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"Disco meets Bossa"? Klingt nach elektrifizierter Bossa Nova, nach frisiertem Soft-Samba für den Dancefloor. Oder vielleicht nach einem Aufguss der um die Jahrtausendwende so erfolgreichen Brazilectro-Welle? Weit gefehlt! Juliana Aquino repräsentiert nichts von alledem. Das macht die Frage nach dem tieferen Sinn ihres Albumtitels DISCO [meets] BOSSA nur noch spannender. Dabei ist die Lösung denkbar einfach: Die imaginäre Spiegelkugel im Titel dieser Produktion aus Brasilien steht als Referenz für das "historische" Ausgangsmaterial. Juliana Aquino hat sich nämlich mutig und auf charmanteste Weise mit überlebensgroßen Partyklassikern wie "I Will Survive", "Staying Alive", "Could It Be Magic" und acht weiteren Welthits der Disco-Ära auseinandergesetzt. Das Resultat ist die ebenso kongeniale wie glückliche Vereinigung zweier Gegensätze: Die leise, intime Bossa Nova umarmt die grellen, schnellen Disco-Stomper auf sanfte, geradezu liebevolle Art. Die leise Ironie hinter dieser geglückten Fusion: Das ältere Genre verpasst dem jüngeren eine Frischzellenkur, nimmt den Partykrachern den Wind aus den Segeln, um ihnen zugleich neues Leben einzuhauchen. Und plötzlich entdecken wir die vielfach überhörten Gassenhauer als das wieder, das sie eben auch sind: Songperlen von hohem Rang. Schliesslich standen hinter den Discostars und Sternchen oft noch größere Autoren wie Barry Manilow, Ashford & Simpson oder die Philly-Sound-Hitschreiber Gamble and Huff.

Auf ihrem sorgfältig vorbereiteten Coming Out als Solistin von internationalem Format versammelt Juliana Aquino für DISCO [meets] BOSSA ihre ganz persönliche Lesart von elf großen Hits aus den späten 70er und frühen 80er Jahren. In kongenialer Zusammenarbeit mit ihrem Produzenten und Ehemann Tuta Aquino, der bereits für Madonna, Janet Jackson und Duran Duran arbeitete, verpasst sie Nummern wie "Never Knew Love Like This Before" oder "Love Is In The Air" neue, unaufgeregte (bei genauerem Hinhören jedoch um so spektakulärere) Arrangements. Mit tatkräftiger Unterstützung ausgesuchter Musiker gelingt es der Sängerin, den US-amerikanischen Vorlagen eine gehörige Portion brasilianisches Flair einzuhauchen. In der drei Jahre währenden Produktionszeit luden die Aquinos eine beeindruckende Riege brasilianischer Begleitmusiker zu den Aufnahmen ins Studio. "Disco Bossa" kann so namhafte Gäste wie Sänger Wilson Simoninha, Gitarrist und Songwriter Celso Fonseca oder Saxofonist Leo Gandelman vorweisen.

Dabei hat das Team um Juliana den Tracks eben keinen zeitgemäßen Housebeat untergejubelt, was allzu häufig schon praktiziert wurde. Vielmehr verlegt Aquino den skandalumwitterten Tanztempel Studio 54 aus New York an die Copacabana - in ein südamerikanisches Open-Air-Ambiente, vorzugsweise an den Sandstrand, wo abends ein angenehm laues Lüftchen weht. Hier erhalten die schweißtreibenden Discoklassiker einen coolen und ausgesprochen sinnlichen Touch aus Südamerika. Die rhythmische Grundierung der Adaptionen basiert auf einer ausgefeilten Melange aus Bossa Nova und Samba, das Feeling ist beschwingt und unbeschwert. Die Interpretation klingt manchmal fast jazzig - etwa im Opener "Don't Let Me Be Misunderstood". Diese virtuos re-arrangierte Nummer von Santa Esmeralda, wurde übrigens erstmals lange vor der Disco-Ära eingesungen. Keine Geringere als Nina Simone lieh dieser Komposition 1964 ihre Stimme. Wenige Monate zuvor hatte die Bossa Nova aus Rio die Welt in Gestalt des legendären "Girl From Ipanema" erobert. Aquinos superbe Interpretation bringt "Don't Let Me Be Misunderstood" gewissermaßen back to the roots. Nicht von ungefähr wurde Aquinos neue Version von TV Globo zur tragenden Melodie einer brasilianischen Telenovela mit dem Titel "Páginas Da Vida" (Seiten des Lebens) auserkoren.

Die Idee zu DISCO [meets] BOSSA reifte mehrere Jahre. Anfang der 90er Jahre startete Juliana Aquino ihre Karriere zunächst als Background-Sängerin in ihrer Heimatstadt Salvador Da Bahia. Sie stand mit Banda Beijo im Studio, unterstützte den Sänger Ricardo Chaves oder bestritt Live-Auftritte an der Seite von Superstar Ivete Sangalo. Der Musik ihrer Heimat blieb die Sängerin aus Bahia auch in New York verbunden, wo sie 1994 ihre Hochzeit mit dem Produzenten Tuta Aquino feierte und sechs Jahre an der Seite ihres Ehemannes verbrachte. Auftritte in New Yorker Clubs brachten ihr positive Kritiken in der New York Times, den Daily News oder Time Out. Zur Jahrtausendwende jedoch entschloss sich die Sängerin, nach Brasilien zurückzukehren, um ihre Laufbahn mit frischem Elan in Angriff zu nehmen. Während einer Stippvisite in Salvador hatte sie bereits 1998 beim 'Carnaval da Bahia' den MPB-Veteranen und heutigen Kulturminister Brasiliens Gilberto Gil begleitet. Aquinos Album konnte also erst mit den in den USA gesammelten Erfahrungen und Eindrücken entstehen.

DISCO [meets] BOSSA - was drauf steht, ist also tatsächlich auch drin. Spielend hat Aquino die Songs dabei aus ihrem angestammten Kontext gelöst. Jede einzelne Version enthält eine neue Überraschung. Sie entdeckt in Klassikern wie "Stayin' Alive" von den Bee Gees oder Gloria Gaynors "I Will Survive" - zwei Überhits aus dem Jahr 1977 - ungeahntes rhythmisches Potenzial. Geschmackvolle Arrangements mit jazzigen Pianoklängen und akustischen Gitarrenakkorden verwandeln die extrovertierten und euphorischen Discoklassiker in subtile, manchmal regelrecht melancholische Bossa-Nova-Perlen. Mit ihrer nuancenreiche Stimme verleiht Juliana den Tanzklassikern dabei eine ungeahnte Tiefe und entreisst sie somit dem oberflächlichen und funktionalen Dance-Genre. Statt lediglich als Mittel zum Zweck zu dienen, erfahren die Hits von einst in Aquinos Adaption eine substanzielle Aufwertung. Dabei tappt sie keineswegs in die Retro-Falle. Chaka Khans "I'm Every Woman" erhält einen ausgewogenen Electro-Bossa-Touch, während die atmosphärischen Gesangsparts den souligen Charakter des Originals unterstreichen. Damit entpuppt sich das Album in seiner Gesamtheit als liebevolle Hommage an die Songs an sich. Aus Respekt vor den Vorlagen verzichtet Juliana Aquino auf eine Übersetzung der Texte ins Portugiesische. Soviel Originalität muss sein. Der besondere Effekt von Julianas Scheibe liegt also im Überraschungsmoment bzw. in der Tatsache, dass so mancher Knaller nun geläutert daherkommt - "stripped to the bones" sozusagen, reduziert auf das Wesentliche: seine Melodie und den Text. Und plötzlich beginnt man zu entdecken, dass in diesen Songs ein deutlich größeres Potenzial steckt, viel mehr als schnöder Knalleffekt und Reiz-Kaskade für ekstatisch sich verausgabende Tänzer. Juliana Aquino schafft die perfekte Vereinigung von Disco und Bossa, indem sie den Vorlagen in punkto Harmonie, Melodie und Rhythmus den gebührenden Respekt zollt und ihnen zugleich ihre ganze liebevolle Aufmerksamkeit zuteil werden lässt.
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Artikelnummer 4260044590820
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